Pressestimmen - Lesung in Lehrte am 19.04.09

Trauer über Kindstot literarisch verarbeitet (Lehrter Zeitung vom 21.04.2009)

Wenn ein Kind stirbt, bricht für die Eltern die Welt zusammen. Drei betroffene Mütter haben am Sonntagnachmittag im Fachwerkhaus aus Büchern gelesen, in denen sie ihre Trauer verarbeitet haben.

Sternenkinder kommen still zur Welt. Die Erstgeborenen der Autorinnen Sigrid Frank, Klara Lenzen und Astrid Spengler sind in der Schwangerschaft, während oder kurz nach der Geburt gestorben. In den Büchern "Tief im Herzen und fest an der Hand" und "Unendlich Klara" haben die Mütter ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen in gefühlvollen und schonungslos offenen Texten wiedergegeben.

Klara Lenzen las von der Vorfreude auf Tochter Stelle Chiara, von der schmerzhaften Totgeburt im Kreißsaal und von dem Moment, als ihr die Schwester das tote Mädchen in den Arm legte. Siegrid Frank berichtete über die Beerdigung ihrer Tochter Leonie und die schwierige Rückkehr in den Alltag. Sie sprach aber auch über den erneuten Kinderwunsch und den Mut zur Folgeschwangerschaft.

Astrid Spengler präsentiere außer ihren Texten auch Fotos von Tonfiguren, die währen der ersten Monate ihrer Trauerarbeit entstanden sind. Bernd Pakosch begleitete ihre Lesung mit Gesang und Gitarre.

Betroffene fanden sich auch unter den rund 40 Zuhörern. Viele hatten wohl Ähnliches erlebt, vereinzelt flossen Tränen. "Das Thema Kindstod ist noch immer ein Tabuthema", sagte Annette Wiede, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lehrte. Umso mehr freute sie sich, dass die von der Bibliotheksgesellschaft veranstaltete Lesung in Lehrte auf so große Resonanz stieß.

von Katja Eggers