PRESSESTIMME Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18.10.2010

Klaras kurzes Leben

von Felix Harbart

Am 28. Dezember 2006 hätte die kleine Klara eigentlich geboren werden sollen. Stattdessen kam sie zwei Monate zu früh per Notkaiserschnitt zur Welt. "Sie war viel zu klein, und niemand konnte sagen warum", hat ihre Mutter Astrid Spengler dazu aufgeschrieben. An ihrem 12 Lebenstag starb Klara. "Unendlich Klara" heißt das im Eigenverlag erschienene Buch, in dem Spengler meist in Versform, ihren Umgang mit dem Tod ihrer Tochter schildert.

Im Prinzip habe Klara keine Lebenserwartung, hatten die Ärzte den Eltern am neunten Tag gesagt. "Das Einzige was wir tun könnten, sei, sie zu lieben, für sie da zu sein, sie auf ihrem Weg zu begleiten und im richtigen Augenblick loszulassen." Am 4. November "war Klaras Aufgabe in dieser Welt dann erfüllt", sagt Spengler.

Den gut 20 Gästen am Sonntagvormittag in der Kapelle des Stöckener Friedhofs gehen die Sätze spürbar unter die Haut. Auch wenn Astrid Spengler, wie es scheint, den Leser in letzter Konsequenz doch nicht so ganz nah an sich herankommen lassen will. Was bleibt, ist, dass es keine Regeln für den Umgang mit einem solchen Unglück gibt: "Es gibt kein richtig und kein falsch."

Organisiert hatte die mit Musik von Bernd Pakosch untermalte Lesung die hannoversche Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur. Das Buch ist für 16,80€ erhältlich.